Branchen-SEO

SEO für Restaurants: Mehr Gäste über Google

Gäste suchen ein Restaurant meist spontan, mit dem Handy und in wenigen Minuten. Gefunden wirst du, wenn dein Google-Unternehmensprofil stimmt, deine Speisekarte als Text auf der Website steht und Reservierung und Öffnungszeiten sofort zu finden sind. Hier lernst du, wie du diese Punkte in der richtigen Reihenfolge angehst.

Von Stephan Czaja, SEO-Berater
· 8 Min. Lesezeit

Die Suche nach Essen ist eine Suche im Moment

Bei Restaurants fällt die Entscheidung schnell. Wer "restaurant in der nähe" eingibt, hat Hunger und will in Minuten eine Antwort. Wer "restaurant online reservieren" tippt, plant einen Abend und will Sicherheit, dass ein Tisch frei ist. Die Absicht entscheidet, welche Seite von dir gebraucht wird.

  • Sofort: "restaurant in der nähe", "restaurant ohne reservierung", "mittagstisch in der nähe". Hier zählen Standort, Öffnungszeiten und Bilder im Profil.
  • Planung: "restaurant online tisch reservieren", "restaurant wochenende". Hier zählen Reservierungsweg und Platzangebot.
  • Preis: "mittagstisch preise", "restaurant günstig in der nähe". Hier zählt, ob Preise sichtbar sind.
  • Anlass: Geburtstag, Firmenfeier, Muttertag. Hier zählen eigene Seiten für Gruppen und Feiern.

Mit dem Keyword-Tool siehst du, welche Zusätze Google bei deinem Küchenstil anbietet, zum Beispiel "italienisch", "mit Terrasse" oder "mit Kindern". Das Tool zeigt Ideen, aber kein Suchvolumen.

Google-Unternehmensprofil: Dein Schaufenster

Für Restaurants ist das Profil wichtiger als die Website, weil Gäste dort direkt anrufen, die Route starten oder die Karte ansehen. Prüfe diese Punkte in der Reihenfolge:

  1. Hauptkategorie passend wählen, etwa Italienisches Restaurant statt nur Restaurant. Weitere Kategorien nur, wenn sie stimmen.
  2. Öffnungszeiten exakt pflegen, auch Ruhetage, Feiertage und Küchenschluss. Falsche Zeiten sind die häufigste Ursache für schlechte Bewertungen.
  3. Link für Reservierung und Speisekarte eintragen, jeweils direkt auf die richtige Seite.
  4. Attribute setzen, die Gäste filtern: Terrasse, Kinderstuhl, barrierefrei, vegetarische Optionen, Lieferung.
  5. Fotos pflegen: Innenraum, Außenbereich, Gerichte, Speisekarte. Mehrere neue Bilder pro Monat.
  6. Beiträge nutzen für Tagesgerichte, Veranstaltungen oder saisonale Karten.

Speisekarte als Text, nicht als PDF

Der größte vermeidbare Fehler in der Gastronomie ist die Speisekarte als PDF oder Bild. Google kann Inhalte darin schlecht lesen, und auf dem Handy ist das Dokument mühsam zu bedienen. Gäste, die "restaurant [gericht] [stadt]" suchen, finden dich so kaum.

Stelle die Karte als normalen Text auf einer eigenen Seite bereit, gegliedert nach Vorspeisen, Hauptgerichten, Desserts und Getränken. Zu jedem Gericht eine kurze Beschreibung, bei Bedarf mit Hinweisen zu Allergenen. Preise gehören dazu, weil "mittagstisch preise" gesucht wird.

Ein PDF zum Drucken kannst du zusätzlich anbieten, aber nie als einzige Variante.

Mittagstisch, Reservierung und Anlässe: Diese Seiten brauchst du

Ein Restaurant braucht weniger Seiten als ein Handwerksbetrieb, aber sie müssen sitzen. Eine bewährte Struktur:

  • Startseite mit Küchenstil, Ort, Öffnungszeiten, Telefonnummer und Reservierungsbutton oben.
  • Speisekarte und Getränke als Text.
  • Mittagstisch als eigene Seite mit aktuellem Wochenplan, wenn du ihn anbietest.
  • Reservierung mit Formular oder eingebundenem Tool, ohne Registrierungszwang.
  • Feiern und Gruppen: Platzanzahl, Menüvorschläge, Anlass, Anfrageweg.
  • Anfahrt und Parken: Ein Gast, der nach dem Weg sucht, soll nicht lange suchen.

Die Seite "Feiern" ist besonders wertvoll, denn sie bedient Suchen wie "restaurant für geburtstag [stadt]" oder "restaurant firmenfeier". Das sind größere Reservierungen mit mehr Umsatz als die Laufkundschaft.

Bewertungen: Dein tägliches Marketing

In der Gastronomie liest fast jeder neue Gast zuerst die Bewertungen. Wichtiger als die Sternzahl sind Aktualität und Antworten. Ein Profil mit vielen frischen Bewertungen und freundlichen Antworten wirkt lebendig.

  • Auf Rechnung, Tischaufsteller oder Speisekarte einen QR-Code zum Bewertungslink platzieren.
  • Auf jede Bewertung antworten, auch auf kritische, ruhig und konkret.
  • Fälschungen oder Beleidigungen über die Meldefunktion von Google prüfen lassen.
  • Nie Gäste für gute Bewertungen belohnen, das verstößt gegen die Google-Richtlinien.

Nenne in Antworten gelegentlich das Gericht oder den Anlass, etwa "schön, dass dir das Risotto geschmeckt hat". Das ist natürlich und liefert Text.

Lokale Keywords mit [stadt] sinnvoll einsetzen

Für Restaurants zählt der Stadtteil oft mehr als die Stadt. "Restaurant [stadtteil]" ist eine kleinere, aber ehrlichere Suche als "restaurant [stadt]". Nenne deinen Stadtteil, bekannte Punkte in der Nähe und die Anfahrt im Text.

Kombiniere Küche und Ort: "italienisches restaurant [stadt]", "brunch [stadt]", "restaurant mit terrasse [stadt]". Je klarer dein Profil, desto besser passen die Gäste. Schreibe Begriffe nie als Aufzählung hintereinander, sondern in normalen Sätzen, etwa auf der Startseite oder der Seite zur Anfahrt.

Typische Fehler im Restaurant-SEO

  • Öffnungszeiten auf Website, Profil und Lieferdienst unterscheiden sich.
  • Speisekarte nur als Foto oder PDF.
  • Reservierung nur telefonisch, obwohl die Nummer im Profil nach Küchenschluss nicht erreichbar ist.
  • Abhängigkeit von Lieferplattformen: Gäste finden dich dort, aber nicht auf deiner Website.
  • Veraltete Preise und Gerichte, die längst von der Karte sind.
  • Kein Link zur Website im Profil oder Link auf eine kaputte Seite.
  • Fotos nur vom Essen, aber nie vom Innenraum, obwohl Gäste den Rahmen beurteilen wollen.

Wenn du Bestellungen auch direkt annimmst, ist "restaurant online bestellen" eine Chance. Gäste auf der eigenen Seite sparen dir Gebühren, wenn der Bestellweg einfach ist.

Der Jahreskalender für dein Restaurant

Gäste suchen saisonal. Plane Texte und Beiträge so, dass sie vor dem Anlass online sind:

  • Frühling: Spargel, Bärlauch, Terrasse öffnen, Muttertag. Reservierungsseite vor dem Muttertag prüfen.
  • Sommer: Biergarten, kalte Gerichte, Abendkarte, Außenplätze. Wetterabhängige Öffnungszeiten im Profil pflegen.
  • Herbst: Pilze, Wild, Kürbis, Martinsgans, Betriebsfeiern vorbereiten.
  • Winter: Weihnachtsfeiern, Menüs für Gruppen, Silvester, Gutscheine. Anfragen kommen oft schon im Herbst.

Aktualisiere Sonderzeiten an Feiertagen früh im Profil. Gäste sehen die geänderte Zeit direkt in der Suche, und das verhindert verärgerte Besuche vor verschlossener Tür.

Content-Ideen aus dem Alltag der Küche

Gute Inhalte entstehen dort, wo du ohnehin arbeitest. Fünf Ideen, die ohne großen Aufwand gehen:

  1. Die Geschichte eines Signature-Gerichts mit Herkunft der Zutaten.
  2. Tipps für Gruppen: Welche Menüs eignen sich für 10 bis 20 Personen?
  3. Eine Seite mit Antworten auf Fragen wie "Gibt es vegetarische oder glutenfreie Gerichte?" und "Ist das Restaurant für Kinder geeignet?"
  4. Saisonale Karte mit kurzem Text zu Zutaten aus der Region.
  5. Veranstaltungen wie Weinabend oder Live-Musik mit Datum und Reservierungslink.

Mehr Inspiration findest du auf der Seite Branchen-SEO für Restaurants, und wenn du auch Mittagsgäste gewinnen willst, hilft ein Blick auf die Seite zur Pizzeria oder zum Café.

Lieferung, Abholung und Online-Bestellung

Suchen wie "restaurant online bestellen" oder "mittagstisch in der nähe lieferservice" zeigen, dass viele Gäste gar nicht vor Ort essen wollen. Wenn du Abholung oder Lieferung anbietest, brauchst du dafür eine eigene Seite, sonst bleibt dieses Geschäft bei den Plattformen.

  • Eigene Seite "Abholung und Lieferung" mit Liefergebiet in Stadtteilen, Zeiten, Mindestbestellwert und Zahlungsarten.
  • Bestellweg ohne Registrierung, auf dem Handy mit wenigen Schritten.
  • Im Google-Profil die Bestell- und Liefer-Links hinterlegen und die Attribute Abholung oder Lieferung setzen.
  • Im Text klar sagen, was nur im Haus oder nur zum Mitnehmen verfügbar ist.

Entscheide bewusst, welche Gerichte du ausliefern willst. Nicht jede Speise reist gut, und schlechte Lieferbewertungen schaden dem ganzen Profil.

Dein Aktionsplan für vier Wochen

  1. Woche 1: Öffnungszeiten, Kategorien, Attribute und Links im Google-Profil prüfen und korrigieren. Ein Bewertungs-QR-Code bestellen.
  2. Woche 2: Speisekarte als Text einstellen, Preise und Allergenhinweise ergänzen.
  3. Woche 3: Seite für Feiern und Gruppen veröffentlichen. Reservierung auf dem Handy testen.
  4. Woche 4: Zwei Beiträge im Profil veröffentlichen, auf alle offenen Bewertungen antworten, einen saisonalen Text zum nächsten Anlass schreiben.

Danach prüfst du monatlich Profil, Karte und Sonderzeiten. Wie du neue Begriffe findest, steht im Beitrag zur Keyword-Recherche.

Häufige Fragen

Muss ich als Restaurant eine eigene Website haben?

Sinnvoll ist sie auf jeden Fall. Das Google-Profil bringt viele Gäste, aber nur auf der Website kannst du Karte, Feiern und Anfahrt vollständig erklären und von Plattformen unabhängig bleiben.

Soll ich die Speisekarte als PDF anbieten?

Als Ergänzung ja, aber nicht als einzige Variante. Eine Karte als Text auf einer eigenen Seite ist auf dem Handy bequemer und kann von Google gelesen werden.

Wie oft sollte ich das Google-Profil aktualisieren?

Öffnungszeiten und Sonderzeiten sofort bei Änderungen. Fotos und Beiträge am besten wöchentlich oder zumindest monatlich.

Was tun bei schlechten Bewertungen?

Ruhig und konkret antworten, Hilfe anbieten und nichts rechtfertigen. Wenn eine Bewertung gegen die Richtlinien verstößt, kannst du sie melden.

Lohnt sich Reservierung über die eigene Website?

Ja, wenn der Weg einfach ist. Sie spart Gebühren, gibt dir Kontakt zu Gästen und lässt dich Anlässe und Gruppen früh erkennen.

Helfen Lieferplattformen bei der Suche?

Sie bringen Bestellungen, aber nicht automatisch Sichtbarkeit für deine eigene Seite. Baue beides auf, damit du nicht nur von einer Plattform abhängst.

Wie finde ich heraus, wonach Gäste in meiner Stadt suchen?

Gib deine Küche und Gerichte in das Keyword-Tool ein und ergänze Zusätze wie Stadtteil, Terrasse oder Mittagstisch. Die Vorschläge stammen aus Google Autocomplete und zeigen, welche Formulierungen Menschen tatsächlich eintippen. Ergänze sie mit Fragen, die Gäste am Telefon stellen, etwa nach Parkplätzen, Kinderstühlen oder Reservierung für große Gruppen.

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Quellen