Vergleich

Ubersuggest Alternative: kostenlose Keyword-Ideen

Ubersuggest ist ein breit aufgestelltes SEO-Werkzeug, Traffic Check ein schlankes Ideen-Tool für eine einzige Aufgabe. Ob du eine Alternative brauchst, hängt davon ab, ob du Keyword-Ideen suchst oder ein Paket aus mehreren Analysefunktionen. Hier siehst du, wann welcher Weg passt.

Von Stephan Czaja, SEO-Berater
· 8 Min. Lesezeit

Ubersuggest und Traffic Check: zwei verschiedene Ansätze

Ubersuggest wird von vielen als Einstiegswerkzeug für Suchmaschinen-Optimierung genutzt. Nach allgemeiner Darstellung bündelt es mehrere Funktionen in einer Oberfläche, zum Beispiel Keyword-Ideen, Ideen für Inhalte, Analysen von Websites und Hinweise zu Verlinkungen. Es ist also eher ein Werkzeugkasten als ein einzelnes Tool.

Traffic Check verfolgt das Gegenteil: eine einzige Funktion, dafür ohne Hürden. Du gibst ein Thema ein und bekommst Ideen aus Google Autocomplete. Mehr nicht. Es gibt kein Suchvolumen, keine Klickpreise, keine Rankings und keine Wettbewerbsdaten.

Diese Unterschiede machen den Vergleich fair, aber auch schwierig. Ein Werkzeugkasten und ein Spezialwerkzeug lösen nicht dasselbe Problem. Welche Funktionen ein Dienst aktuell anbietet und zu welchen Bedingungen, ändert sich. Preise und Umfang ändern sich, prüfe die Angaben beim Anbieter.

Was ein SEO-Komplettwerkzeug typischerweise leistet

Um die Alternativen richtig einzuordnen, hilft ein Blick auf die Aufgaben, die in der Suchmaschinen-Optimierung anfallen. Ein Komplettwerkzeug versucht, mehrere davon abzudecken.

  • Keyword-Ideen sammeln und mit Kennzahlen anreichern.
  • Die eigene Website auf technische Probleme prüfen.
  • Inhalte von Mitbewerbern und deren Themen ansehen.
  • Verlinkungen von anderen Seiten auswerten.
  • Positionen der eigenen Seiten in den Suchergebnissen beobachten.

Die Tiefe dieser Funktionen unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Wenn du eine dieser Aufgaben regelmäßig brauchst, ist ein Komplettwerkzeug bequem, weil alles an einem Ort liegt. Wenn du nur Ideen suchst, zahlst du in Zeit und Einarbeitung für Funktionen, die du nie öffnest.

Vieles davon bekommst du auch kostenlos direkt von Google. Die Search Console zeigt, für welche Suchanfragen deine Seite bereits Impressionen und Klicks bekommt. Der Keyword Planner in Google Ads liefert Mengenangaben in Spannen. Beide Werkzeuge ergänzen eine Ideensuche gut.

Wo Traffic Check besser passt

Traffic Check passt, wenn deine Aufgabe klar und eng umrissen ist: Du brauchst Formulierungen, die Menschen bei Google tippen, und willst daraus Inhalte planen.

  • Du möchtest in zwei Minuten eine Ideenliste, ohne dich durch Menüs zu klicken.
  • Du brauchst kein Konto für den ersten Versuch.
  • Du suchst Fragen und Long-Tail-Begriffe für Ratgeber, FAQ und Leistungsseiten.
  • Du willst für deine Branche fertige Listen sehen, ohne selbst zu suchen.
  • Du möchtest die Ergebnisse als CSV in deine eigene Tabelle übernehmen.

Besonders hilfreich ist das für kleine Unternehmen, die ihre Website selbst pflegen. Dort fehlt oft die Zeit für ein großes Werkzeug, und der Bedarf liegt bei konkreten Texten: Was fragen meine Kunden? Wie formulieren sie? Auf der Seite Branchen-Keywords findest du dazu Listen für über 100 Branchen.

Wo ein Komplettwerkzeug besser passt

Ehrlich betrachtet reicht Traffic Check nicht für alle Aufgaben. Ein Komplettwerkzeug ist die bessere Wahl, wenn du eine oder mehrere dieser Situationen hast.

  • Du willst technische Fehler auf deiner Website finden lassen.
  • Du möchtest die Themen und Verlinkungen von Mitbewerbern auswerten.
  • Du brauchst Zahlen zu jedem Begriff direkt in der Liste.
  • Du betreust mehrere Projekte und möchtest Verläufe über Wochen verfolgen.
  • Du arbeitest in einer Agentur und brauchst Berichte für Kunden.

Auch hier gilt: Prüfe vor der Entscheidung, welche dieser Funktionen das jeweilige Angebot aktuell wirklich enthält und in welchem Umfang. Probiere mit einem echten Projekt, nicht nur mit dem Beispiel auf der Startseite.

Zahlen sind außerdem keine Wahrheit. Alle Schätzungen zu Suchvolumen sind Näherungen und weichen je nach Quelle voneinander ab. Nutze sie, um Begriffe zu vergleichen, nicht, um Besucherzahlen zu versprechen.

Mini-Vergleich als Liste

  • Ausrichtung bei Traffic Check: nur Keyword-Ideen. Bei Ubersuggest: nach allgemeiner Darstellung mehrere SEO-Funktionen, Details beim Anbieter.
  • Datenquelle bei Traffic Check: Google Autocomplete, optional Vorschläge von YouTube, Amazon, Bing und eBay, sonst nichts.
  • Kennzahlen bei Traffic Check: keine. Ob und wie Ubersuggest Zahlen zeigt, steht beim Anbieter.
  • Einstieg bei Traffic Check: erste Suche ohne Konto. Bedingungen anderer Anbieter: beim Anbieter prüfen.
  • Branchenlisten bei Traffic Check: über 100 Branchenseiten.
  • Export bei Traffic Check: Kopieren und CSV.
  • Einarbeitung bei Traffic Check: sehr gering, weil es nur eine Funktion gibt.

Diese Liste beschreibt Grundprinzipien. Sie ist kein Leistungsvergleich im Detail, denn dafür wären aktuelle Angaben beider Anbieter nötig.

Der Arbeitsablauf: Ideen zuerst, Zahlen danach

Viele erfahrene Texter und SEO-Berater trennen zwei Schritte. Zuerst sammeln sie Ideen, ohne auf Zahlen zu achten, weil gute Themen sonst zu früh aussortiert werden. Danach prüfen sie eine Auswahl mit Kennzahlen. Für den ersten Schritt reicht ein Werkzeug wie Traffic Check. Für den zweiten kommt ein Werkzeug mit Kennzahlen hinzu, das kann ein kostenloses Google-Werkzeug oder ein anderes Angebot sein.

  1. Thema festlegen, zum Beispiel „heizung“.
  2. Im Keyword-Tool Ideen sammeln und als CSV speichern.
  3. In der Tabelle nach Suchabsicht gruppieren: informieren, vergleichen, kaufen, vor Ort.
  4. Pro Gruppe zehn bis zwanzig aussichtsreiche Begriffe auswählen.
  5. Diese Auswahl mit einem Zahlen-Werkzeug prüfen, falls nötig.
  6. Pro Gruppe eine passende Seite planen.

Wie du Suchabsichten sicher erkennst, erklärt der Artikel Suchintention erkennen.

Typische Fehler beim Wechsel oder bei der Wahl

Beim Vergleich von Werkzeugen passieren immer wieder dieselben Fehler. Wer sie kennt, spart Zeit.

  • Funktionen zählen statt Aufgaben prüfen: Eine lange Funktionsliste hilft nicht, wenn du nur zwei davon brauchst.
  • Zahlen für exakt halten: Volumenangaben sind Schätzungen und dienen dem Vergleich.
  • Zu breit starten: „reisen“ liefert Ideen für alles und nichts. Ein konkreter Begriff bringt bessere Listen.
  • Ideen nicht bewerten: Eine Liste mit tausend Begriffen ist noch keine Strategie.
  • Alles in ein Werkzeug pressen: Zwei einfache Werkzeuge ergänzen sich oft besser als ein kompliziertes.

Wer noch unsicher ist, wie lange Suchanfragen funktionieren, findet im Beitrag über Long-Tail-Keywords einen guten Einstieg.

Entscheidungshilfe in vier Fragen

  1. Brauche ich nur Ideen für Inhalte? Dann genügt ein schlankes Tool.
  2. Brauche ich Zahlen zu jedem Begriff? Dann kombiniere oder wähle ein Angebot mit Kennzahlen.
  3. Will ich die eigene Website technisch prüfen oder Mitbewerber auswerten? Dann ist ein Komplettwerkzeug sinnvoll.
  4. Arbeite ich allein und gelegentlich oder im Team und täglich? Gelegentliche Nutzung rechtfertigt selten ein großes Paket.

Unabhängig vom Werkzeug bleibt die inhaltliche Arbeit bei dir. Ein Begriff taugt nur, wenn deine Seite die Frage dahinter besser beantworten kann als andere.

Was du mit kostenlosen Google-Werkzeugen ergänzen kannst

Bevor du ein Paket abschließt, lohnt ein Blick auf das, was Google selbst bereitstellt. Die Search Console zeigt dir für deine eigene Website, bei welchen Suchanfragen sie angezeigt wird und wie oft Nutzer klicken. Das ist oft die ehrlichste Quelle, weil sie echte Daten deiner Seite enthält. Der Keyword Planner liefert Mengen als Spannen und eignet sich zum Vergleichen von Begriffen.

Zusammen mit einer Ideenliste aus Traffic Check ergibt das einen kostenlosen Grundstock: Ideen, grobe Mengen und echte Leistungsdaten deiner Seiten. Für viele kleine Websites ist das lange ausreichend.

Aktionsplan für vier Wochen

  1. Woche 1: Drei Kernthemen festlegen und im Keyword-Tool jeweils eine Suche starten. Listen als CSV sichern.
  2. Woche 2: Listen in einer Tabelle nach Suchabsicht sortieren. Dabei hilft Keyword-Liste strukturieren.
  3. Woche 3: Die zwanzig wichtigsten Begriffe mit einem Zahlen-Werkzeug oder der Search Console prüfen.
  4. Woche 4: Die ersten zwei Seiten oder Artikel schreiben und veröffentlichen.
  5. Danach: Entscheiden, ob ein Komplettwerkzeug für deine Aufgaben nötig ist, und die aktuellen Angaben beim Anbieter prüfen.

Wenn Fachbegriffe offen bleiben, schlage sie im Glossar nach.

Häufige Fragen

Ist Traffic Check ein Ersatz für Ubersuggest?

Nur für die Ideensuche. Traffic Check liefert Keyword-Ideen aus Google Autocomplete. Funktionen wie Website-Analysen oder Backlink-Daten bietet es nicht. Ob ein Komplettwerkzeug für dich nötig ist, hängt von deinen Aufgaben ab.

Muss ich mich bei Traffic Check registrieren?

Für die erste Suche am Tag nicht. Mit einem kostenlosen Konto sind drei Suchen pro Tag möglich und du kannst Listen speichern.

Warum zeigt Traffic Check kein Suchvolumen?

Weil solche Zahlen Schätzungen aus anderen Quellen sind. Traffic Check erfindet keine Werte und zeigt nur, was Google beim Tippen vorschlägt. Zahlen kannst du mit dem Keyword Planner oder der Search Console ergänzen.

Kann ich Traffic Check und Ubersuggest zusammen nutzen?

Ja, das ist möglich. Du kannst Ideen mit Traffic Check sammeln und bei Bedarf mit einem anderen Werkzeug prüfen. Aktuelle Funktionen und Bedingungen findest du beim jeweiligen Anbieter.

Für welche Sprachen gibt es Ideen?

Traffic Check unterstützt Deutsch und Englisch. Die Vorschläge richten sich nach Sprache und Markt.

Wie gehe ich mit den Ergebnissen weiter um?

Lade die Liste als CSV herunter, gruppiere sie nach Suchabsicht und wähle pro Gruppe die Begriffe, zu denen du die beste Antwort liefern kannst. Danach planst du pro Gruppe eine Seite.

Quellen