Grundlagen

Lokale Keyword-Recherche: Anleitung für Standorte

Bei der lokalen Keyword-Recherche suchst du Begriffe, mit denen Menschen in deiner Umgebung dein Angebot finden: Leistung plus Ort, Leistung plus Stadtteil und Suchen wie "in der Nähe". Du sammelst sie mit Google Autocomplete, ordnest sie Seiten und deinem Google-Unternehmensprofil zu und baust Standortseiten, die echten Inhalt haben statt austauschbarer Textbausteine.

Von Stephan Czaja, SEO-Berater
· 8 Min. Lesezeit

Wie sich lokale von normaler Keyword-Recherche unterscheidet

Wer lokal sucht, will etwas in erreichbarer Nähe. Das ändert die Suche in zwei Punkten. Erstens enthält sie häufig einen Ort, ausdrücklich oder unausgesprochen. Zweitens zeigt Google bei solchen Suchen oft Karten und Unternehmensprofile vor den normalen Ergebnissen.

Für dich heißt das: Du recherchierst nicht nur Begriffe für deine Website, sondern auch dafür, wie du in der Kartenansicht auftauchst. Beides hängt zusammen, braucht aber unterschiedliche Maßnahmen.

Die Grundlagen der Recherche stehen in der Anleitung zur Keyword-Recherche. Dieser Ratgeber zeigt, was du für einen Standort zusätzlich beachten musst.

Die vier Muster lokaler Suchanfragen

Lokale Suchen folgen wiederkehrenden Mustern. Wenn du sie kennst, findest du schneller die richtigen Begriffe.

  • Leistung plus Stadt: "Elektriker Münster", "Friseur Augsburg". Das Grundmuster.
  • Leistung plus Stadtteil oder Straße: "Zahnarzt Altstadt", "Friseur Eppendorf". Oft kleiner, aber sehr konkret.
  • In der Nähe: "Friseur in der Nähe", "Zahnarzt in meiner Nähe". Hier kennt Google den Standort des Suchenden, der Ort steht nicht im Begriff.
  • Leistung plus Umkreis oder Umland: "Elektriker Umgebung Münster", "Notdienst Raum Münster". Typisch für Handwerk mit Einsatzgebiet.

Dazu kommen Zusätze mit Dringlichkeit oder Kontext, etwa "heute", "Notdienst", "Sonntag", "ohne Termin" oder "Kassenpatient". Welche davon bei dir passen, hängt vom Angebot ab.

Schritt 1: Leistungen und Orte getrennt auflisten

Starte mit zwei Listen. Die erste enthält alle Leistungen, die du anbietest, in der Sprache deiner Kunden. Die zweite enthält alle Orte, in denen du tätig sein willst: deine Stadt, Stadtteile, Nachbargemeinden und das Einzugsgebiet.

Kreuze dann Leistung und Ort. Das ergibt schnell sehr viele Kombinationen, und nicht alle sind sinnvoll. Wähle zuerst die Kombinationen, bei denen du wirklich vor Ort arbeitest und einen echten Vorteil hast.

Denke dabei in Alltagsorten statt in Verwaltungsgrenzen. Menschen suchen nach dem Viertel, dem Bahnhof, dem Gewerbegebiet oder dem bekannten Platz, nicht nach dem offiziellen Ortsteilnamen. Wie ein Ort in der Umgangssprache heißt, siehst du oft an den Autocomplete-Vorschlägen und in den Rezensionen deiner Mitbewerber.

Streiche Orte, die du faktisch nicht bedienst. Wer sich in Dutzenden Gemeinden einträgt, aber nur in wenigen wirklich hinfährt, enttäuscht Besucher und schadet seinem Ruf.

Schritt 2: Mit Google Autocomplete lokale Ideen sammeln

Gib deine Leistung mit deinem Ort ein und schau, was Google ergänzt. Wiederhole das mit jedem Stadtteil und mit Buchstaben dahinter. So siehst du, welche Zusätze Menschen vor Ort mit deiner Leistung verbinden.

Das Keyword-Tool automatisiert diesen Schritt: Du gibst "Elektriker Münster" ein und bekommst die Alphabet-Varianten als Liste und CSV. Es zeigt Ideen, kein Suchvolumen. Gerade bei kleinen Orten wäre eine Volumenzahl ohnehin oft unzuverlässig.

Achte auf Saison und Anlass. Ein Friseur sieht vor Festen und Abschlussfeiern andere Anfragen als im Hochsommer, ein Elektriker im Herbst mehr Licht- und Heizungsthemen. Solche Muster zeigen dir, wann sich ein Artikel oder ein Profilbeitrag lohnt.

Beachte, dass Autocomplete vom Standort und den bisherigen Suchen abhängen kann. Prüfe wichtige Begriffe deshalb mit einem privaten Fenster und notiere dir, dass die Vorschläge eine Momentaufnahme sind.

Schritt 3: Suchabsicht und Ergebnisseite prüfen

Schau dir bei wichtigen Begriffen an, was Google ausliefert. Sind es vor allem Karten und Unternehmensprofile, brauchst du ein starkes Profil. Sind es Ratgeber und Preisübersichten, brauchst du Inhalte auf der Website. Meist ist es ein Mix.

Achte außerdem auf die Art der Treffer. Stehen dort Verzeichnisse und Portale, ist ein Ranking mit der eigenen Seite schwieriger, und du solltest zusätzlich in diesen Portalen sichtbar sein. Stehen dort Seiten von Betrieben wie deinem, bist du in der richtigen Liga.

Wie du Suchabsichten sauber unterscheidest, steht im Ratgeber Suchintention erkennen.

Das Google-Unternehmensprofil in die Recherche einbeziehen

Dein Google-Unternehmensprofil ist für lokale Suchen mindestens so wichtig wie deine Website. Die Recherche liefert dir Wörter, die du dort einsetzt:

  • Hauptkategorie und weitere Kategorien: Wähle die, die deine Leistung am genauesten beschreiben. Die Hauptkategorie ist besonders wichtig.
  • Leistungen und Produkte: Trage jede Leistung mit einer kurzen, sachlichen Beschreibung ein.
  • Beschreibung: Erkläre in normalem Deutsch, was du anbietest und wo du tätig bist. Kein Keyword-Gestopfe.
  • Servicegebiet: Gib nur Gebiete an, in denen du wirklich arbeitest.
  • Beiträge, Fotos und Antworten auf Rezensionen: Sie zeigen Aktivität und bringen natürliche Begriffe ins Profil.
  • Fragen und Antworten sowie Rezensionen: Echte Formulierungen von Kunden sind eine Quelle für neue Keyword-Ideen.

Die Richtlinien für Profile findest du in der Hilfe zum Unternehmensprofil. Halte Name, Adresse und Telefonnummer auf Website, Profil und in Verzeichnissen einheitlich.

Standortseiten richtig bauen und Doorway-Pages vermeiden

Hast du mehrere Standorte oder ein weites Einsatzgebiet, liegt der Gedanke nahe, für jeden Ort eine Seite zu bauen. Das ist in Ordnung, wenn jede Seite echten Nutzen bietet. Es wird zum Problem, wenn du denselben Text kopierst und nur den Ortsnamen austauschst. Google bezeichnet solche Seiten als Doorway-Pages und stuft sie als Spam ein.

Eine gute Standortseite beantwortet, was ein Besucher an diesem Ort wissen will.

  • Echte Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrt und Parkmöglichkeiten.
  • Das Team dieses Standorts mit Namen und Foto, wenn vorhanden.
  • Leistungen, die genau hier angeboten werden.
  • Besonderheiten der Umgebung, Referenzen aus dem Ort mit Erlaubnis der Kunden, typische Anliegen vor Ort.
  • Bewertungen und Fragen, die zu diesem Standort gehören.

Technisch hilft es, die Angaben der Standortseite als strukturierte Daten vom Typ LocalBusiness auszuzeichnen, also Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten. Das ersetzt keinen guten Inhalt, macht die Angaben aber für Suchmaschinen eindeutig lesbar. Die Angaben müssen mit dem sichtbaren Text und dem Unternehmensprofil übereinstimmen.

Wenn du für einen Ort nichts Eigenes zu sagen hast, baue keine Seite. Nenne den Ort stattdessen auf einer gemeinsamen Seite zum Einsatzgebiet. Die Richtlinien findest du in den Spam-Richtlinien von Google.

Beispiele aus drei Branchen

Auch das Restaurant oder das Hotel folgt dieser Logik: Ein Restaurant punktet mit Anlässen wie Feier oder Mittagstisch plus Stadtteil, ein Hotel mit Anreise, Lage und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Die Ratgeber SEO für Restaurants und SEO für Hotels gehen darauf im Detail ein.

Allen Beispielen gemeinsam ist die Regel: Eine Seite pro echtem Zweck, nicht pro denkbarem Suchbegriff.

Typische Fehler bei lokalen Keywords

  • Der Ort fehlt in Titel, Überschrift und Text der Leistungsseite komplett.
  • Der Ortsname wird in jeden zweiten Satz gestopft. Nenne ihn dort, wo er natürlich passt.
  • Das Profil ist unvollständig oder veraltet, etwa mit falschen Öffnungszeiten.
  • Du setzt auf Orte, in denen du gar nicht tätig bist.
  • Du baust Dutzende Ortsseiten mit gleichem Text und nennst es Strategie.

Aktionsplan für die nächsten vier Wochen

  1. Woche 1: Liste Leistungen und Orte getrennt auf und kreuze die zehn wichtigsten Kombinationen. Prüfe sie im Keyword-Tool auf Ergänzungen.
  2. Woche 2: Vervollständige dein Unternehmensprofil mit Kategorien, Leistungen, Beschreibung und Servicegebiet.
  3. Woche 3: Prüfe jede Leistungsseite auf Ort in Titel und Überschrift und baue Standortseiten nur dort, wo du Eigenes zu sagen hast.
  4. Woche 4: Bitte zufriedene Kunden um Bewertungen, beantworte vorhandene und prüfe in der Search Console, mit welchen Ortsbegriffen du erscheinst.

Häufige Fragen

Was ist lokale Keyword-Recherche?

Sie sucht Suchbegriffe, mit denen Menschen in deiner Umgebung dein Angebot finden. Dazu gehören Leistung plus Stadt, Stadtteil, Umkreis und Suchen wie in der Nähe.

Muss der Ortsname auf jeder Seite stehen?

Nein. Er gehört auf Seiten, die ein lokales Angebot beschreiben, besonders Startseite, Leistungsseiten mit lokalem Bezug und Standortseiten. Er sollte natürlich im Text vorkommen.

Wie optimiere ich für in der Nähe-Suchen?

Dabei zählt vor allem dein Google-Unternehmensprofil. Pflege Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten und Bewertungen. Halte Name, Adresse und Telefon überall einheitlich.

Wann sind Standortseiten eine Doorway-Page?

Wenn Seiten für viele Orte nahezu identisch sind und sich nur im Ortsnamen unterscheiden. Eine gute Standortseite hat eigene Angaben zu Adresse, Team, Leistungen und Umgebung.

Zeigt das Tool das lokale Suchvolumen?

Nein. Das Traffic-Check-Tool zeigt Ideen aus Google Autocomplete, aber kein Suchvolumen. Wichtig ist bei lokalen Themen ohnehin, ob der Begriff zu deinem Angebot passt.

Wie viele Orte sollte ich nennen?

Nenne die Orte, in denen du wirklich tätig bist. Lieber wenige glaubwürdige als viele erfundene. Weitere Orte lassen sich später ergänzen, wenn du dort Aufträge hast.

Quellen