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Amazon Keywords finden: Suchbegriffe für Listings

Amazon ist eine Produktsuchmaschine: Wer dort sucht, will kaufen oder vergleichen. Traffic Check kann die Suchvorschläge von amazon.de abrufen und zeigt sie als Ideenliste, aber ohne Suchvolumen und ohne Umsatzdaten. Für dein Listing nutzt du diese Vorschläge als Startpunkt und die Google-Ideen für Ratgeber- und Shop-Inhalte außerhalb von Amazon.

Von Stephan Czaja, SEO-Berater
· 8 Min. Lesezeit

Was das Tool bei Amazon-Keywords leistet und was nicht

Gleich vorab: Traffic Check liefert dir die Suchvorschläge von amazon.de selbst. Wähle im Tool bei "Quelle" den Eintrag Amazon oder öffne direkt das Amazon Keyword-Tool. Du bekommst Vorschläge zu deinem Produkt, auch mit angehängten Buchstaben und Fragewörtern.

Was das Tool nicht zeigt: Suchvolumen, Umsatz zu Begriffen, Rankings oder Konkurrenzdaten. Du siehst, was Amazon vorschlägt, aber nicht, wie oft ein Begriff gesucht oder gekauft wird. Ob ein Begriff zu deinem Produkt passt und sich lohnt, musst du selbst prüfen, etwa an Konkurrenz-Listings.

Dazu kommt die zweite Quelle im Tool: Google-Ideen. Sie zeigen die Fragen, die Käufer vor dem Kauf bei Google stellen. Das ist eine sinnvolle Arbeitsteilung. Die Amazon-Vorschläge liefern Begriffe für das Listing, Google liefert Hintergrundwissen über die Entscheidung der Käufer.

Wie Käufer auf Amazon suchen

Die Suche auf Amazon ist produktnah und kurz. Käufer tippen oft ein Produkt plus ein Merkmal: Material, Größe, Anlass, Zielgruppe oder Kompatibilität. Fragen wie in der Google-Suche sind selten. Dafür sind Eigenschaften wichtig, die ein Produkt eingrenzen.

Die Absicht ist fast immer transaktional. Das bedeutet: Der Nutzer möchte aus einer Liste auswählen. Dein Listing konkurriert in der Ergebnisliste mit Bild, Titel, Bewertung und Preis. Der Begriff allein verkauft nicht, er bringt nur die Sichtbarkeit.

  • Produktbegriff: "Thermoskanne".
  • Produkt plus Merkmal: "Thermoskanne auslaufsicher".
  • Produkt plus Anlass: "Thermoskanne Wandern".
  • Produkt plus Zubehör oder Kompatibilität: "Ersatzdichtung Thermoskanne".

Quelle 1: Die Amazon-Suchvorschläge

Hole dir die Vorschläge zu deinem Hauptprodukt über das Keyword-Tool oder tippe es in die Suchleiste von Amazon. Beide Wege zeigen plattformeigene Vorschläge, die spiegeln, wie dort gesucht wird. Das Tool hängt auf Wunsch einzelne Buchstaben an (Alphabet-Methode) und spart dir das Abtippen. Prüfe wichtige Begriffe zusätzlich direkt bei Amazon.

Wiederhole die Suche in einem privaten Browserfenster und ohne Anmeldung, damit frühere Käufe die Vorschläge weniger färben. Bei der Menge an Varianten hilft eine Tabelle: Begriff, passt zu meinem Produkt ja oder nein, Fundstelle.

Quelle 2: Wettbewerber-Listings und Kundenfragen

Öffne die Produktseiten der Konkurrenz. Titel, Aufzählungspunkte und Beschreibung zeigen, welche Begriffe dort verwendet werden. Noch aufschlussreicher sind Kundenbewertungen und der Bereich mit Fragen und Antworten. Dort schreiben Käufer in ihrer eigenen Sprache.

Notiere Wörter, die Käufer selbst nutzen: Sie sprechen oft von "Deckel schließt nicht" statt von "Verschlussmechanismus". Genau diese Alltagssprache gehört in dein Listing, wenn sie zutrifft. Negative Bewertungen zeigen dir außerdem, welche Probleme du ansprechen kannst, wenn dein Produkt sie löst.

Listing-Felder: Wo welcher Begriff hingehört

Amazon bietet je Produkt mehrere Felder: Titel, Aufzählungspunkte, Beschreibung und in der Händleroberfläche Felder für Suchbegriffe im Hintergrund. Wie viele Zeichen jedes Feld erlaubt und welche Regeln gelten, steht in der Hilfe von Amazon. Regeln ändern sich, prüfe die Plattform-Hilfe.

  • Titel: Produktart, Marke, wichtigstes Merkmal. Lesbar bleiben, nicht aufzählen.
  • Aufzählungspunkte: ein Vorteil je Punkt, Eigenschaften der Käufersprache nutzen.
  • Beschreibung: Anwendungssituationen, Pflege, Lieferumfang.
  • Hintergrund-Suchbegriffe: Synonyme, Schreibvarianten und Begriffe, die im sichtbaren Text keinen Platz haben. Doppelungen bringen nichts, Markennamen anderer Anbieter sind tabu.

Die Reihenfolge im Titel richtet sich danach, was Käufer zuerst sehen wollen. Auf dem Smartphone wird der Titel in der Liste gekürzt, die Kernaussage gehört also nach vorn.

Wo Google-Ideen für Amazon-Händler helfen

Zeigt dir das Keyword-Tool zu "Thermoskanne" Fragen wie "wie lange hält Thermoskanne warm" oder "Thermoskanne reinigen", weißt du, was Käufer vor und nach dem Kauf wissen wollen. Diese Antworten gehören in die Bilder, in die Aufzählungspunkte und in die Produktbeschreibung.

Außerdem lohnt sich Content außerhalb von Amazon: ein Ratgeber auf deiner eigenen Webseite, der die Fragen beantwortet und auf dein Produkt verweist, sofern du es selbst anbietest oder verlinkst. Das nutzt die Google-Suche, die Amazon selbst nicht bedient. Wie du solche Ideen sammelst, steht in der Anleitung zur Keyword-Recherche.

Typische Fehler bei Amazon-Keywords

  • Titel mit Begriffen überladen, bis er nicht mehr lesbar ist.
  • Begriffe nennen, die das Produkt nicht erfüllt, um mehr Sichtbarkeit zu bekommen. Das führt zu Retouren und schlechten Bewertungen.
  • Fremde Markennamen verwenden. Das kann gegen Regeln verstoßen und Konten gefährden.
  • Nur auf den Suchbegriff achten und Bilder, Preis und Bewertungen vergessen.
  • Hintergrund-Suchbegriffe mit Wörtern füllen, die schon im Titel stehen.

Ein weiterer Fehler: Du kopierst die Begriffe eines Konkurrenten, ohne zu prüfen, ob sie zu deinem Angebot passen. Ein anderer Käufer, ein anderes Produkt, andere Wörter.

Und ein letzter Punkt: Prüfe Änderungen am Listing nicht nach zwei Tagen. Gib ihnen genug Zeit, vergleiche Aufrufe und Verkäufe vor und nach der Änderung und halte schriftlich fest, was du wann geändert hast. Sonst weißt du später nicht, welcher Schritt gewirkt hat.

Werbeanzeigen als Testfeld für Begriffe

Amazon bietet Werbeanzeigen an, bei denen du Begriffe auswählst und Berichte über die tatsächlich eingegebenen Suchbegriffe erhältst. Das kann eine zusätzliche Datenquelle sein, kostet aber Geld. Ob und wie du das nutzt, hängt von deinem Budget ab.

Wenn du Anzeigen schaltest, lohnt der Blick in den Bericht der Suchbegriffe. Dort tauchen Wörter auf, die du nie eingeplant hattest. Gute Begriffe übernimmst du in das Listing, unpassende schließt du aus. Die Berichte und Begriffe unterscheiden sich je nach Kontotyp, schau deshalb in die Hilfe von Amazon.

Bilder, Saison und Varianten als Antwort auf Käuferfragen

Käufer lesen auf Amazon weniger, als sie schauen. Ein Bild kann eine Frage beantworten, bevor sie gestellt wird: Maße im Größenvergleich, Lieferumfang, Anwendungssituation, Pflegehinweis. Die Fragen aus Google und aus den Kundenfragen sind eine gute Vorlage für deine Bilderfolge.

Auch die Zusatzinhalte der Produktseite, sofern dein Konto sie anbietet, eignen sich für Vergleichstabellen oder Anwendungsbeispiele. Welche Formate dir zur Verfügung stehen, regelt Amazon. Regeln ändern sich, prüfe die Plattform-Hilfe.

  • Bild 1: Produkt freigestellt, klar erkennbar.
  • Folgebilder: Größe, Material, Anwendung, Lieferumfang.
  • Ein Bild für die häufigste Sorge der Käufer, etwa Dichtheit oder Passform.
  • Texte in Bildern gut lesbar halten, auch auf dem Smartphone.

Beachte, dass Texte in Bildern nicht dasselbe Gewicht für die Suche haben wie sichtbarer Text. Verlasse dich nicht darauf, dass dein Wortlaut dort gefunden wird.

Viele Produkte folgen einem Jahresverlauf. Thermoskannen gehen im Herbst anders als im Hochsommer, Geschenkartikel vor Festtagen. Plane Änderungen am Listing vor der Saison, nicht mittendrin.

Denke außerdem an Zubehör und Ersatzteile. Käufer suchen oft nach einem passenden Teil für ein vorhandenes Gerät. Wer Kompatibilität klar benennt, spricht diese Käufer gezielt an, wenn die Angabe stimmt.

Bei Varianten wie Farbe und Größe gilt: Ein Listing, das die Variantenmerkmale sauber pflegt, wird für mehr Suchen gefunden als ein Listing mit einer Mischung aus Angaben im Titel.

Prüfe vor jeder Saison außerdem, ob Zubehör und Varianten im Listing noch zum aktuellen Angebot passen.

Aktionsplan für die nächsten 4 Wochen

  1. Woche 1: Hole mit dem Amazon Keyword-Tool die Vorschläge zu deinem Hauptprodukt, markiere passende Begriffe und lies Fragen und Bewertungen der drei wichtigsten Konkurrenten.
  2. Woche 2: Wechsle im Keyword-Tool die Quelle auf Google, prüfe die Fragen zu deinem Produkt und notiere Antworten für Bilder und Aufzählungspunkte.
  3. Woche 3: Überarbeite Titel, Aufzählungspunkte und Hintergrund-Suchbegriffe nach den Feldregeln in der Amazon-Hilfe.
  4. Woche 4: Veröffentliche einen Ratgeber auf deiner eigenen Seite zu einer häufigen Frage und prüfe die Wirkung deiner Änderungen an Aufrufen und Verkäufen.

Mehr zum Thema kleinerer, präziser Suchanfragen findest du unter Long-Tail-Keywords finden.

Häufige Fragen

Zeigt Traffic Check Amazon-Suchvorschläge?

Ja, die von amazon.de. Wähle im Tool die Quelle Amazon oder öffne /keyword-tool/amazon. Es zeigt keine Suchvolumina und keine Umsätze. Mit der Quelle Google bekommst du zusätzlich Fragen und Themen, die Käufer bei Google stellen.

Wie finde ich Amazon-Keywords kostenlos?

Nutze die Suchvorschläge von Amazon mit angehängten Buchstaben, lies die Titel und Fragen der Konkurrenz-Listings und werte Kundenbewertungen auf Alltagssprache aus.

Was sind Hintergrund-Suchbegriffe?

Das sind Felder in der Händleroberfläche für Begriffe, die Kunden nicht sehen. Dort stehen Synonyme und Schreibvarianten. Zeichenlimits und Regeln ändern sich, prüfe die Plattform-Hilfe.

Darf ich Markennamen der Konkurrenz als Keyword nutzen?

In der Regel nicht. Fremde Marken in Listings können gegen Regeln verstoßen. Lies die aktuellen Richtlinien in der Amazon-Hilfe, bevor du Begriffe einträgst.

Hilft ein eigener Blog Amazon-Händlern?

Er kann helfen, weil er Käufer über die Google-Suche erreicht, die Amazon nicht bedient. Beantworte Fragen zum Produkt ehrlich und verlinke nur dort, wo es passt.

Wie oft sollte ich Listings überarbeiten?

Vor Saisonbeginn und wenn sich Produkt, Zubehör oder Käuferfragen ändern. Ändere nicht ständig alles gleichzeitig, sonst erkennst du nicht, was gewirkt hat.

Quellen