Grundlagen

Keywords kostenlos finden: 7 Wege ohne Bezahltool

Du kannst Keywords komplett kostenlos finden. Sieben Quellen reichen dafür: Google Autocomplete, Ähnliche Fragen, die Search Console, Google Trends, Foren, deine eigenen Kundenfragen und der Keyword Planner. Keine davon ist perfekt, aber zusammen ergeben sie eine solide Liste, mit der du Seiten und Artikel planen kannst.

Von Stephan Czaja, SEO-Berater
· 8 Min. Lesezeit

Was bedeutet kostenlos und was kannst du erwarten?

Kostenlose Keyword-Recherche heißt: Du verzichtest auf Abos von großen SEO-Suiten. Dafür zahlst du mit Zeit und mit etwas Handarbeit. Du bekommst Ideen und Hinweise, aber selten exakte Zahlen.

Das ist kein Nachteil, solange du weißt, was du suchst. Am Anfang brauchst du keine Volumenzahl auf die Stelle genau. Du brauchst eine ehrliche Antwort auf die Frage: Wonach suchen Menschen, die mein Angebot brauchen? Genau das liefern die folgenden Wege.

Wenn du die Grundlogik einer Recherche noch einmal im Zusammenhang lesen willst, hilft dir die Anleitung zur Keyword-Recherche. Hier geht es um die Quellen.

Ein Wort zur Erwartung: Kostenlose Wege sind langsamer als ein Abo, dafür zwingen sie dich, die Suchenden wirklich zu verstehen. Viele Einsteiger merken nach zwei, drei Recherchen, dass ihnen genau dieses Verständnis mehr nützt als eine Zahlenspalte.

Weg 1: Google Autocomplete als Ideengeber

Tippe einen Begriff in die Google-Suche und schau, was ergänzt wird. Diese Vorschläge stammen aus echten Suchen und sind deshalb ein guter Gradmesser für die Sprache deiner Zielgruppe. Du siehst Formulierungen, auf die du selbst nie gekommen wärst.

Mühsam wird es, wenn du das für viele Begriffe von Hand machst. Der Trick mit dem Alphabet: Du hängst hinter deinen Begriff nacheinander a, b, c und so weiter und notierst jede Ergänzung. Das Keyword-Tool automatisiert genau diesen Ablauf und exportiert das Ergebnis als CSV. Es zeigt dir Ideen, aber kein Suchvolumen.

Mehr zur Methode findest du in diesem Ratgeber zu Google Autocomplete für Keywords.

Weg 2: Ähnliche Fragen und verwandte Suchanfragen

Die Suchergebnisseite selbst ist eine Fundgrube. Zwei Bereiche sind besonders nützlich:

  • Das Feld "Ähnliche Fragen" mitten in den Ergebnissen. Es klappt auf und lädt beim Klicken weitere Fragen nach.
  • Die "Ähnlichen Suchanfragen" am Ende der Seite. Sie zeigen, in welche Richtung andere Nutzer weitergesucht haben.

Beides ändert sich je nach Suche und Zeitpunkt. Behandle es als Momentaufnahme und notiere dir die Funde in einer Tabelle. Die Fragen eignen sich gut als Zwischenüberschriften in einem Artikel, weil sie genau die Formulierung der Leser treffen.

Ein dritter Blick lohnt sich auf die Seiten, die schon vorne stehen. Öffne die ersten drei Ergebnisse und lies nur die Überschriften. Welche Unterthemen behandeln alle? Was fehlt überall? Aus diesen Lücken entstehen oft die besten eigenen Abschnitte. Kopiere dabei nichts, sondern frage dich, was du besser erklären kannst.

Weg 3: Die Google Search Console für Seiten, die schon laufen

Hast du bereits eine Website, ist die Search Console deine beste kostenlose Quelle. Im Bericht zur Leistung siehst du, bei welchen Suchanfragen deine Seiten in den Ergebnissen erschienen sind und wie oft darauf geklickt wurde. Das sind echte Daten zu deiner Seite, nicht zu einem Durchschnitt.

Besonders wertvoll sind Suchanfragen mit vielen Impressionen und wenig Klicks. Dort wirst du angezeigt, aber dein Titel oder dein Inhalt überzeugt nicht. Oft lässt sich daraus mit einem besseren Titel oder einem neuen Abschnitt schnell etwas machen.

Die Search Console zeigt dir nur, was du schon in Ansätzen erreichst. Für völlig neue Themen brauchst du die anderen Wege. Eine Einführung in die Bedienung findest du in der Dokumentation von Google.

Google Trends zeigt Interesse im Zeitverlauf, nicht absolute Zahlen. Die Werte sind relativ und gehen von null bis hundert. Du erkennst damit, ob ein Thema saisonal ist, ob es wächst oder abflaut und welche von zwei Schreibweisen häufiger gesucht wird.

Das hilft bei Entscheidungen wie dieser: Soll ich meinen Artikel "Heizung entlüften" im Herbst oder im Sommer veröffentlichen? Schau in Trends, wann die Kurve steigt, und plane die Veröffentlichung einige Wochen vorher, damit Google die Seite schon kennt.

Außerdem kannst du Begriffe direkt gegeneinander stellen, etwa "Wärmepumpe" und "Luftwärmepumpe". Nutze das als Hinweis, nicht als Beweis. Bei sehr kleinen Themen zeigt Trends oft gar keine Daten an.

Weg 5: Foren, Communities und Bewertungen

Menschen schreiben in Foren so, wie sie wirklich denken. Dort steht nicht das Keyword aus dem Marketingbuch, sondern das Problem in Alltagssprache. Gute Quellen sind Frageportale, Fachforen deiner Branche, Facebook-Gruppen, Reddit und die Kommentare unter YouTube-Videos.

Achte auf wiederkehrende Fragen, Missverständnisse und Wörter, die du selbst nicht benutzen würdest. Jedes dieser Wörter ist ein mögliches Keyword. Auch Bewertungen deiner Mitbewerber sind ein Hinweis: Wenn Kunden über unklare Preise meckern, ist "Was kostet ..." ein Thema, das du sauber beantworten kannst.

Weg 6: Deine eigenen Kundenfragen

Die vielleicht ehrlichste Quelle sitzt in deinem Postfach. Jede Anfrage per Mail, jedes Telefonat und jede Frage im Verkaufsgespräch zeigt, was Menschen wissen wollen, bevor sie kaufen.

  1. Sammle zwei Wochen lang jede Kundenfrage in einer Tabelle.
  2. Schreibe sie so auf, wie der Kunde sie gestellt hat, nicht wie du sie formulieren würdest.
  3. Prüfe jede Frage mit Autocomplete: Gibt es Ergänzungen, die ähnlich klingen?
  4. Markiere Fragen, die mehr als einmal vorkamen. Das sind deine ersten Artikel.

Dieser Weg liefert Keywords mit hoher Kaufnähe, weil sie aus echten Verkaufssituationen stammen. Er kostet nur Disziplin.

Weg 7: Der Google Keyword Planner

Der Keyword Planner gehört zu Google Ads. Du brauchst dafür ein Google-Ads-Konto, aber du musst nicht zwingend Geld ausgeben. Er schlägt Begriffe vor und zeigt Spannen für das Suchvolumen. Ohne laufende Kampagnen sind diese Angaben oft grob.

Behandle ihn als zusätzliche Ideenquelle und als grobe Orientierung zur Größenordnung. Verlass dich nicht auf eine einzelne Zahl. Die Zahlen aus dem Planner sind auf Anzeigen ausgelegt und decken sich nicht immer mit dem, was du über organische Suche erwartest.

Wie du Keywords auch ohne Zahlen bewertest, steht im Ratgeber Keyword-Recherche ohne Suchvolumen.

Aus den Funden eine brauchbare Liste machen

Sieben Quellen produzieren schnell hunderte Zeilen. Entscheidend ist, was du danach tust. Lege eine Tabelle mit den Spalten Keyword, Quelle, Suchabsicht und mögliche Seite an. Entferne Dubletten, fasse ähnliche Schreibweisen zusammen und streiche alles, was zu deinem Angebot nicht passt.

Für die Sortierung hilft dir die Suchintention: Will der Suchende lernen, vergleichen oder kaufen? Davon hängt ab, ob du einen Ratgeber, eine Vergleichsseite oder eine Angebotsseite baust. Wie du die Liste danach ordnest, beschreibt der Ratgeber zum Strukturieren der Keyword-Liste.

Typische Fehler bei der kostenlosen Recherche sind schnell aufgezählt:

  • Du sammelst nur und entscheidest nie. Eine Liste ohne Auswahl bringt keinen Artikel hervor.
  • Du wählst Begriffe nach Gefühl für das Volumen und ignorierst die Suchabsicht. Ein Begriff mit viel Interesse hilft dir nicht, wenn der Suchende gar nichts kaufen will.
  • Du verlässt dich auf eine einzige Quelle. Autocomplete allein zeigt dir keine Saisonalität, Trends allein keine Formulierungen.
  • Du notierst nicht, woher ein Begriff stammt. Später weißt du dann nicht mehr, ob er aus einer Kundenfrage oder aus einem Forum kam, und kannst ihn schwer gewichten.

Aktionsplan für die nächsten vier Wochen

  1. Woche 1: Wähle drei Kernbegriffe zu deinem Angebot und lass sie durch das Alphabet-Verfahren im Keyword-Tool laufen. Exportiere die Ergebnisse.
  2. Woche 2: Sammle Ähnliche Fragen und verwandte Suchanfragen zu deinen wichtigsten Begriffen. Durchsuche zwei Foren nach Alltagssprache.
  3. Woche 3: Werte die Search Console aus, falls vorhanden. Schaue dir Trends für die Saison an und werte deine Kundenfragen aus.
  4. Woche 4: Bereinige die Liste, ordne jedem Keyword eine Suchabsicht zu und wähle die ersten drei Seiten oder Artikel, die du schreibst.

Häufige Fragen

Kann ich Keywords wirklich komplett kostenlos finden?

Ja. Autocomplete, Ähnliche Fragen, Search Console, Google Trends, Foren und deine Kundenfragen kosten kein Geld. Du bekommst meist Ideen und Richtungen, keine exakten Zahlen.

Welche kostenlose Quelle ist die beste?

Das hängt vom Stand deiner Seite ab. Hast du schon Besucher, ist die Search Console am wertvollsten. Startest du neu, liefern Autocomplete und Kundenfragen die besten Ideen.

Zeigt das Traffic-Check-Tool das Suchvolumen?

Nein. Das Tool liefert Ideen aus Google Autocomplete, aber kein Suchvolumen, keine CPC und keine Rankings. Es spart dir das mühsame manuelle Durchprobieren.

Brauche ich für den Keyword Planner Geld?

Du brauchst ein Google-Ads-Konto. Du musst nicht zwingend Anzeigen schalten, aber ohne laufende Kampagne sind die Angaben zum Volumen oft nur grobe Spannen.

Wie viele Keywords brauche ich am Anfang?

Wenige reichen. Für den Start genügen zehn bis zwanzig gut gewählte Begriffe, die zu deinem Angebot passen. Du erweiterst die Liste später anhand der Search Console.

Wie oft sollte ich meine Keyword-Liste prüfen?

Alle paar Monate ist sinnvoll. Suchgewohnheiten und Saisons verschieben sich, und die Search Console zeigt dir nach einiger Zeit neue Begriffe, die du aufgreifen kannst.

Quellen