Keyword-Cluster erstellen: Anleitung mit Beispiel
Ein Keyword-Cluster fasst Suchanfragen zusammen, die dasselbe Thema oder dieselbe Absicht haben, und ordnet sie einer Seite zu. Du bildest Cluster, indem du deine Keyword-Liste nach Thema und Suchabsicht gruppierst, pro Gruppe eine Hauptseite festlegst und Unterthemen auf eigene Artikel oder Abschnitte verteilst. So vermeidest du, dass zwei deiner Seiten um dieselbe Suche konkurrieren.
Was ist ein Keyword-Cluster und wozu brauchst du ihn?
Eine lange Liste mit Keywords ist noch kein Plan. Ein Cluster macht daraus einen: Du gruppierst Begriffe, die zusammengehören, und gibst jeder Gruppe ein Zuhause auf deiner Website. Dort wird das Thema vollständig behandelt.
Dafür gibt es zwei gute Gründe. Erstens liest Google nicht nur einzelne Wörter, sondern versteht, dass "Rasen düngen", "wann Rasen düngen" und "Rasendünger Frühjahr" ein Thema sind. Eine Seite, die das Thema breit abdeckt, kann für viele dieser Varianten passen. Zweitens zwingt dich ein Cluster, bewusst zu entscheiden, welche Seite für welche Suche antwortet.
Voraussetzung ist eine Rohliste. Wie du sie sammelst, steht in der Anleitung zur Keyword-Recherche. Wie du sie grob sortierst, findest du im Ratgeber zum Strukturieren der Keyword-Liste. Hier gehen wir den Schritt weiter bis zum fertigen Seitenplan.
Pillar-Seite und Cluster-Seiten: das Prinzip
Das gängige Modell besteht aus zwei Ebenen. Die Pillar-Seite behandelt das Oberthema umfassend und verlinkt auf die Details. Die Cluster-Seiten behandeln je ein Unterthema tief und verlinken zurück auf die Pillar-Seite.
- Pillar-Seite: breit, gibt Überblick, beantwortet die Hauptfrage, führt zu den Details.
- Cluster-Seite: eng, beantwortet eine konkrete Frage vollständig.
- Verlinkung: Die Pillar-Seite verlinkt auf jede Cluster-Seite, jede Cluster-Seite verlinkt auf die Pillar-Seite und bei Bedarf auf nahe Geschwister.
Wichtig ist, dass die Pillar-Seite nicht nur Wegweiser ist. Sie muss für sich genommen nützlich sein: ein Überblick, die wichtigsten Regeln, die häufigsten Fehler und danach klare Wege zu den Details. Wer nur die Pillar-Seite liest, soll schon etwas mitnehmen.
Die Zahl der Cluster-Seiten hängt vom Thema ab. Es gibt keine feste Regel. Ein kleines Thema trägt vielleicht drei Unterseiten, ein großes zehn. Entscheidend ist, dass jede Seite eine eigene Absicht erfüllt.
Schritt 1 und 2: Rohliste sammeln und bereinigen
Starte mit einem Oberthema, das zu deinem Angebot passt. Sammle alle Varianten, die dir einfallen oder die du findest. Das Keyword-Tool liefert dir dafür mit dem Alphabet-Verfahren und den Fragewörtern viele Ideen auf einmal. Exportiere sie als CSV.
Dann bereinigst du: Entferne Dubletten, fasse Singular und Plural zusammen, streiche alles, was nicht zu dir passt, und lösche Begriffe, die du nicht verstehst. Bei einer Rohliste mit mehreren hundert Zeilen bleiben oft deutlich weniger übrig. Das ist gut so.
Schritt 3: Nach Thema und Suchabsicht gruppieren
Jetzt sortierst du. Lege für jede Gruppe zwei Fragen fest: Worum geht es? Und was will der Suchende? Die zweite Frage ist die wichtigere. Zwei Begriffe können dasselbe Wort enthalten und trotzdem völlig verschiedene Seiten brauchen.
Beispiel: "Rasen düngen" kann eine Anleitung meinen, "Rasendünger kaufen" einen Shop, "Rasendünger Test" einen Vergleich. Alle drei gehören thematisch zusammen, sollten aber nicht auf derselben Seite stehen. Mehr zur Einordnung findest du im Ratgeber Suchintention erkennen.
Beispiel-Cluster: Rasen düngen
So kann ein Cluster für einen Gartenfachhändler aussehen. Die Begriffe sind frei gewählte Beispiele und keine Messwerte.
- Cluster-Seite A, Zeitpunkt: "Wann Rasen düngen?" Zugeordnet: wann rasen düngen, rasen düngen frühjahr, rasen düngen herbst.
- Cluster-Seite B, Produktwahl: "Welcher Rasendünger ist der richtige?" Zugeordnet: welcher rasendünger, langzeitdünger rasen, organischer rasendünger.
- Cluster-Seite C, Probleme: "Rasen gelb nach dem Düngen". Zugeordnet: rasen gelb nach düngen, rasen verbrannt, dünger zu viel.
- Cluster-Seite D, Technik: "Streuwagen richtig einstellen". Zugeordnet: streuwagen einstellen, dünger streuen, rasen düngen ohne streuwagen.
- Kategorieseite im Shop: "Rasendünger". Zugeordnet: rasendünger kaufen, rasendünger online. Diese Seite hat eine kaufende Absicht und gehört bewusst nicht in den Ratgeber.
Die Pillar-Seite verlinkt auf A bis D und auf die Kategorieseite. Die Kategorieseite verlinkt umgekehrt auf die Produktwahl-Seite B, damit Interessierte Hilfe bei der Auswahl finden.
Schritt 4: Jedem Keyword genau eine Seite zuordnen
Das ist der Kern der Arbeit. Lege eine Tabelle an mit den Spalten Keyword, Seite, Seitentyp und Status. Jedes Keyword bekommt genau eine Zielseite. Pro Seite wählst du ein Hauptkeyword und einige Nebenbegriffe, die sich natürlich im Text einfügen lassen.
- Prüfe zuerst, ob es schon eine passende Seite gibt. Wenn ja, ordne das Keyword dieser Seite zu und plane eine Erweiterung, statt eine neue Seite zu bauen.
- Gibt es keine, lege eine neue Seite mit klarem Zweck an.
- Trage jede Zuordnung in die Tabelle ein, bevor du anfängst zu schreiben.
- Prüfe am Ende: Taucht ein Hauptkeyword zweimal auf? Dann musst du entscheiden, welche Seite es bekommt.
Diese Tabelle ist dein wichtigstes Arbeitsmittel. Sie zeigt dir auch Lücken: Themen ohne Seite und Seiten ohne Thema.
Kannibalisierung erkennen und vermeiden
Kannibalisierung bedeutet, dass zwei oder mehr Seiten deiner Website für dieselbe Suche antreten. Google muss sich entscheiden, und manchmal wechselt die angezeigte Seite hin und her. Typische Ursachen sind mehrere Artikel zum selben Thema, aus Versehen entstandene Dubletten und Kategorie- und Ratgeberseiten mit identischem Fokus.
Du erkennst sie in der Search Console: Gib bei einer Suchanfrage unter Seiten nach, welche URLs dafür Impressionen bekommen. Erscheinen mehrere deiner Seiten, prüfe, ob sie dieselbe Absicht bedienen.
- Gleiche Absicht: Führe die Seiten zusammen und leite die schwächere per Weiterleitung auf die stärkere um.
- Verschiedene Absicht: Schärfe Titel und Einstieg, sodass jede Seite klar ihre eigene Frage beantwortet.
- Unklarer Fall: Verlinke die zweite Seite deutlich von der ersten aus und lass beide laufen. Beobachte einige Wochen.
Vorbeugen ist einfacher als aufräumen. Schau vor jedem neuen Artikel in deine Zuordnungstabelle und suche auf deiner eigenen Seite mit dem Suchbefehl site: nach dem Thema. Findest du schon zwei Seiten, die das Thema streifen, ist ein dritter Artikel meist die falsche Antwort. Besser ist es, die stärkste vorhandene Seite zu verbessern.
Wichtig: Nicht jede Überschneidung ist ein Problem. Ein Ratgeber und eine Produktseite dürfen dasselbe Wort enthalten, solange sie verschiedene Absichten erfüllen.
Typische Fehler beim Clustern
- Du clusterst nur nach Wortähnlichkeit. "Rasen mähen" und "Rasen düngen" klingen verwandt, sind aber zwei Themen mit eigener Absicht.
- Du baust die Pillar-Seite als Linkliste ohne eigenen Inhalt. Sie sollte das Oberthema wirklich erklären, nicht nur auf andere Seiten zeigen.
- Du erzwingst Cluster-Seiten, für die du nichts Eigenes zu sagen hast. Ein Abschnitt auf der Pillar-Seite ist dann die bessere Lösung.
- Du schreibst alle Seiten gleichzeitig und verlinkst nichts. Veröffentliche lieber Pillar und erste Cluster-Seite zusammen und baue von dort aus.
- Du ordnest Begriffe nie neu zu. Wenn die Search Console zeigt, dass eine Seite für ein anderes Thema Impressionen sammelt, passe den Plan an.
Cluster in der Praxis pflegen
Ein Cluster ist nie fertig. Nach der Veröffentlichung schaust du in der Search Console, welche Suchanfragen tatsächlich bei den Seiten ankommen. Taucht ein Begriff regelmäßig auf, den du nicht eingeplant hast, ergänze einen Abschnitt oder baue eine neue Cluster-Seite.
Halte die interne Verlinkung aktuell. Jede neue Cluster-Seite muss von der Pillar-Seite erreichbar sein, sonst bleibt sie isoliert. Nutze beschreibende Linktexte statt "hier klicken", damit Leser und Suchmaschinen verstehen, wohin der Link führt.
Bei Branchenthemen helfen die Branchenseiten als Ausgangspunkt für Oberbegriffe. Ein Beispiel für die Struktur eines ganzen Angebots findest du im Ratgeber SEO für Restaurants, bei dem Speisekarte, Reservierung und Anlässe eigene Themen sind.
Aktionsplan für die nächsten vier Wochen
- Woche 1: Wähle ein Oberthema und sammle die Rohliste mit dem Keyword-Tool. Bereinige sie auf das Wesentliche.
- Woche 2: Gruppiere nach Thema und Absicht, lege Pillar- und Cluster-Seiten fest und fülle die Zuordnungstabelle.
- Woche 3: Schreibe die Pillar-Seite und die erste Cluster-Seite. Verlinke beide gegenseitig.
- Woche 4: Schreibe eine weitere Cluster-Seite, prüfe die Search Console auf Überschneidungen und ergänze die Tabelle um neue Funde.
Häufige Fragen
Was ist ein Keyword-Cluster?
Ein Keyword-Cluster ist eine Gruppe von Suchanfragen mit gleichem Thema und gleicher Absicht, die du einer Seite zuordnest. Er hilft dir, Inhalte gezielt zu planen und Überschneidungen zu vermeiden.
Wie viele Keywords gehören in einen Cluster?
Dafür gibt es keine feste Zahl. Entscheidend ist, dass alle Begriffe dieselbe Absicht haben und die Seite sie sinnvoll beantworten kann. Ein Cluster kann aus wenigen oder aus vielen Varianten bestehen.
Was ist der Unterschied zwischen Pillar- und Cluster-Seite?
Die Pillar-Seite behandelt das Oberthema breit und verlinkt auf Details. Cluster-Seiten behandeln je ein Unterthema tief und verlinken zurück. So entsteht eine klare Struktur.
Wie erkenne ich Keyword-Kannibalisierung?
Prüfe in der Search Console, ob für dieselbe Suchanfrage mehrere deiner Seiten Impressionen bekommen. Wenn die Seiten dieselbe Absicht bedienen, solltest du sie zusammenführen oder klarer trennen.
Kann ich Cluster auch ohne Suchvolumen bilden?
Ja. Die Gruppierung nach Thema und Suchabsicht braucht keine Volumenzahlen. Das Traffic-Check-Tool liefert Ideen und zeigt kein Suchvolumen, die Zuordnung machst du selbst.
Muss jedes Keyword eine eigene Seite haben?
Nein. Viele ähnliche Begriffe gehören auf eine Seite. Eine eigene Seite brauchst du nur, wenn sich die Absicht deutlich unterscheidet.